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Unser Newsletter, Juli 2010
Betreuerausbildung im Jugendfreizeit- und Bildungswerk, Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe
Die Vorkommnisse während der Ferienfreizeit auf Ameland haben viele Eltern verunsichert. In den Medien wurde dafür u.a. fehlende Erfahrung und Überforderung der mitgereisten Betreuer als Ursache genannt. In Karlsruhe veranstaltet das Jugenfreizeit- und Bildungswerk (jfbw) im Auftrag der Stadt Kinder- und Jugendfreizeiten, überwiegend mit ehrenamtlichen Betreuern. Aus aktuellem Anlass möchten wir über die Praxis bei der Auswahl und Ausbildung dieser Betreuer sowie deren Begleitung während der Freizeiten informieren.
Die pädagogisch ausgerichteten Ferienangebote des jfbw werden im Jahr von rund 4.000 Kindern und Jugendlichen wahrgenommen. Durchgeführt werden diese Angebote von hoch motivierten, ehrenamtlichen Mitarbeitern, mehrheitlich im Alter von 16 – 26 Jahren. Jährlich kommen im jfbw zwischen 180 und 200 Betreuer zum Einsatz.
Die Betreuer durchlaufen jedes Jahr vor den großen Ferien drei Wochenend-Seminare, jeweils von Freitag bis Sonntag, inklusive Übernachtungen. Auf diesen Seminaren werden sie in grundsätzlichen Themen geschult, wie pädagogische Grundlagen oder Kenntnisse in rechtlichen und organisatorischen Fragen. Im nächsten Schritt wird die Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen sowie innerhalb der Teams thematisiert und werden die Betreuer konkret auf ihre Einsätze vorbereitet. Darüber hinaus finden zusätzliche Veranstaltungen für die Betreuer statt, wie Workshop-Tage oder Kinder-Erste-Hilfe-Kurse.
Neben der Vermittlung von Inhalten legt das jfbw bei den Veranstaltungen großen Wert auf das persönliche Kennenlernen, nicht nur der Betreuer untereinander sondern auch von hauptamtlichen Mitarbeitern und Betreuern. Dabei geht es uns um individuelle soziale Kompetenzen und Stärken zu erkennen und fördern, sowie eine emotionale Bindung zum jfbw herzustellen.
Üblicherweise werden Neubetreuer im ersten Jahr zunächst in der Stadtranderholung der Angebote „Ferien ohne Koffer“ eingesetzt. In den Folgejahren sind dann auch Einsätze auf den Freizeiten „Ferien mit Koffer“ möglich. Bei der Zusammenstellung dieser Teams wird stets auf ein ausgewogenes Verhältnis von neuen Betreuern und bereits schon länger beim jfbw aktiven Betreuern geachtet.
Um den Kindern und Jugendlichen jederzeit ausreichend Aufmerksamkeit zusichern zu können, wird der Betreuerschlüssel bei sämtlichen Ferienangeboten hoch angesetzt. Das Minimum beträgt hier 1:8, bei Angeboten mit Beteiligung von Kindern mit besonderem Betreuungsbedarf entsprechend höher, mitunter 1:1.
In der unmittelbaren Planung und Vorbereitung sowie während der Freizeitangebote werden alle Betreuer-Teams von den Mitarbeitern des jfbw intensiv begleitet. Dies beinhaltet die Unterstützung bei Vortreffen und Elternabenden sowie eine 24-Stunden-Rufbereitschaft. Während aller Angebote wird ein enger Kontakt von Betreuern und jfbw-Mitarbeitern mit sorgfältiger Reflexion gepflegt.
Über die einzelnen Ferien-Einsätze hinaus wird den Betreuern beim jfbw ein „soziales Netz“ geboten. Dies beinhaltet die Einbindung in verschiedene Veranstaltungen, wie bspw. Präsentation des Jugendfreizeit- und Bildungswerks in der Öffentlichkeit, das Mitwirken in einem Team beim 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte oder auch die Hilfe bei der Vermittlung von Praktika ö.Ä. im Rahmen unserer Möglichkeiten.
Das jfbw erachtet die Qualität der Ausbildung und Begleitung von ehrenamtlichen Betreuern als einen ganz wesentlichen Aspekt für erfolgreiche Ferienangebote mit pädagogischem Anspruch. Darum ist für die hauptamtlichen Mitarbeiter des jfbw die Weiterbildung in diesem Bereich fester Bestandteil des Arbeitsauftrags. Hierzu sind wir seit Jahren bei bundesweiten Organisationen wie transfer e.V. und dem BundesForum Kinder- und Jugendreisen e.V. engagiert und leisten dort unseren Beitrag zur Entwicklung von Qualitätsstandards für die Betreuerausbildung.
Abschließend möchten wir uns bei allen unseren Betreuern für ihre bisherige große Einsatzbereitschaft bedanken, ohne die die Organisation und Durchführung unserer Angebote auf diesem Niveau nicht möglich wäre. Und wir freuen uns darauf, auch dieses Jahr wieder mit hoch engagierten jungen Leuten zusammenzuarbeiten.

